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NEWS / BERICHTE 2010

 

 

25.07.2010
Ironman 70.3 Antwerpen, Hawaii Qualy

Sieg, Weltrekord und Hawaii Qualy
in 4h 37min 51sec

Das Ziel war natürlich die Hawaii Qualy.
Nach einem sehenswerten Kampf mit dem Tscheche Svehla Zbynek, konnte ich dann auch das Rennen gewinnen. Der Weltrekord war dann noch das "I-Tüpfelchen" oben drauf.

Schwimmen (1,9km) – ca. 28min
Radstrecke (90km) – 2h 55min 19sec
Laufen (21km) – ca. 1h 07min
Rest- Wechselzone
rr_eee_eeee__r

Die Wechselzonen waren dieses Mal an zwei verschiedenen Stellen. Selbst die Anmeldung war wo anders, alles ca. 4-5km getrennt. Wodurch das Besichtigen der Wechselzonen, das Anmelden und das Einchecken ansich schon fast einen Triathlon darstellten.

Die Location des Startbereichs war zwar sehr schön, aber der See glich eher einem Tümpel.
Die Unterwassersicht war auf 20cm beschränkt. Und bitte nicht zu viel Trinken!!!
Beim Schwimmen durften wir Rollstuhlsportler dann wieder mit den Profis starten, aber ohne Vorsprung. Ich habe mich dann bei einem (für einen Profi schwachen Schwimmer) Schwimmer angehängt und bin die ganze Strecke brav in seinem Bugwasser geblieben. :-)
Dadurch war es auch die Traum - Schwimmzeit von ca. 28min.
Denn die offizielle Zeit von 31min 32sec ist inklusive Wechselzone!
Ich habe mich während des Schwimmens auch sehr gut gefühlt und dachte mir schon, dass es eine sehr gute Zeit werden könnte.

uu_rrr_ttt



Das Handbiken war fast komplett flach, nur 6 Brücken standen im Weg.
Mit 2h 55min, für mich eine super Zeit, denn das heißt über 31 km/h Schnitt.
Auf halben Wege bin ich, als Führender, im Gegenverkehrsbereich Svehla begegnet und ich dachte mir: "Perfekt - Abstand passt, wenn ich als erster in die Wechselzone komme, lass ich mir den Sieg nicht mehr nehmen."
Ja - gedacht, denn obwohl ich gleich weiter fuhr (mit 165 Durchschnittspuls) und keinen Leistungseinbruch hatte, überholte mich 9km vor der zweiten Wechselzone ein tschechischer Eilzug!!!!!!!! WOW!!!
Ich ließ mich aber nicht aus der Ruhe bringen und bin meine Leistung weiter gefahren.
Im schlimmsten Fall reicht ja auch ein zweiter Platz für die Hawaii- Qualy, aber vorbei ist es erst am Zielstrich. Der tschechische Eilzug (Svehla Zbynek) hat mir auf der Handbikestrecke nicht ganz 10min abgenommen, da kann ich nur den Hut ziehen!

zzz_uuuu_e

Wechselzone 2 - perfekt und ab gehts in den Rennrollstuhl.
Und siehe da, nach 2 Kilometer taucht bereits die tschechische Eisenbahnfraktion vor mir auf.
OK - Mit ordentlichem Speed vorbei und noch ein "come on" zurufend wieder die Führungsposition eingenommen. Ja, ja mein lieber Svehla, Triathlon besteht aus drei Disziplinen!!! ;-)
Danach war es hart, aber wenn kein Defekt passiert, wußte ich, dass ich es mir nicht mehr nehmen lasse. Da aber 50% der Strecke auf Pflastersteinen war und ca. 20% auf groben Steinen (so wie in good old Italy, wo man sich beim Gehen schon fast die Füße bricht), grenzt es fast an ein Wunder, dass zum Glück nichts passiert ist.
Ich wurde aber SEHR gut geschüttelt und gerüttelt!!! :-)
In der letzten von drei Runden, dachte ich mir schon, dass es eine sehr gute Zeit sein muss.
Die Erlösung kam dann mit dem Zielstrich nach eben 4h 37min 51sec.

tt_ttt_ee_uuu

Von insgesamt 1161 Finishern wurde ich gesamt 218er.

Im Hotel (und nach der Siegerehrung, die gleich unmittelbar nach dem Zieleinlauf statt fand) sah ich dann, dass es keine offizielle Zeit von mir gab, was mich zuerst ziemlich verunsicherte (weil der Chip beim Rennrollstuhl höher ist und nicht ausgelöst hat, was öfter passiert). Nach einem Besuch im Race Office konnten wir aber alles klarstellen und meine Zeit wurde bestätigt.

Es war einfach ein tolles Rennen und es war vor allem TOLL gegen Svehla Zbynek zu kämpfe. Er war schon 6 mal auf Hawaii und ist ein sehr, sehr netter Mensch und Sportler.
Am Abend hat er mir dann noch, bei einem Bier, einige Tipps für Hawaii gegeben.
Er macht heuer mal Hawaii- Pause und startet in Clearwater (Florida) bei der 70.3 WM.

zur Ergebnisliste...

Die Organisation in Antwerpen könnte für Rollstuhlsportler aber besser sein. Ich habe mir mehr Unterstützung erwartet, weil es ja immerhin einer von zwei Hawaii Qualy Bewerben ist (was ich persönlich sportlich nicht ganz OK finde).
Aber eigentlich war man in der Vorbereitung auf sich alleine gestellt.
Beim Rennen war die Hilfe (in meinem Fall nur das Hochtragen der Stiegen aus dem Wasser) OK.

Der bisherige Weltrekord lag bei 4h 47min und wurde vom Doppel- Oberschenkelamputierten Markus Schmoll (Österreich/Wien) gehalten. Die Zeit hat er in Linz 2008 aufgestellt, dort sind einige Höhenmeter von Natur aus verbaut, also...

Jetzt heißt es wieder - gut Regenerieren und dann Vorbereitung auf Hawaii.
Zum Training werde ich wahrscheinlich noch in Podersdorf (Ironman 70.3) und Budapest (ITU-Weltcup OD) starten.

t_tttt_u

ROCK ON - TT

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