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/ BERICHTE 2011
24.09.2011
Para-Duathlon WM 2011, Gijon (ESP)
Das härteste an der ganzen Sache war sicher die dezente 2.250 Kilometer Anfahrt mit dem Auto.
Zum Glück hatte ich mit meinem SU TRI Styria Vereinskollegen Martin Auferbauer einen perfekten Leutnant und Betreuer gefunden. Seine Viersprachigkeit half zusätzlich bei dem Einen und Anderem Problem.
Ist ja wohl das Mindeste, ein
persönlicher Übersetzer bzw. Adjutant!
Aber Lob an den Betreuer (Diener traute ich mir jetzt ned zu schreiben), entweder hat man es drauf oder nicht! Er hat es!
Nach der Abfahrt am Donnerstagmittag sind wir 22h später in Gijon eingefallen, auch wenn wir wohl eher wie Gauchos wirkten, welche gerade die Wüste durchquert haben.
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Die Vorbereitungen sind für eine Sprintdistanz zum Glück nicht so umfangreich, deswegen haben wir uns mit Nahrung und vor allem Schlaf zufrieden gegeben und vorläufig von umfangreichen Blünderungen abgesehen. Mehr als die Heckklappe meines Autos, für das Erbeutete, mit der Fernbedienung zu öffnen, hätte ich wohl auch nicht mehr geschafft!
Freitag stand nur die Erkundung der Gewässer, die Nennung der Beteiligten und die Bekanntgabe der Kampfregeln auf dem Programm.
Nach einem ausführlichen Schlaf,
stand dem Start am Samstag um 17:45 nur mehr die Überbrückung der Zeit im Wege. Da aber vor uns alle Elite Rennen waren, stellte dies kein Problem dar. Ausser der spanischen Kriegsmarine (3 Athleten), wagte sich leider keine weitere Absandschaft meiner Klasse in die Gijonischen Gewässer. Das spanische Schlachtschiff alias Rafael Botello erahnte ich als die größte Herausforderung. Da dieser zu den weltbesten Rennrollstuhlfahrern zählt (Marathonzeit von 1h22min!!!).
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Nach dem Start fand ich mich hinter der 1. spanischen Fregatte wieder.
Ich konnte sehr gut Fahrt aufnehmen, wurde aber nach 2Km vom spanischen Schlachtschiff gestellt und überholt. Dann versuchte ich verzweifelt im entfernten Kielwasser von Botello zu bleiben (Windschattenfahren war verboten). Es gelang mir auch, aber nur unter dem Knirschen und Knarren meines Mastes (Herzfrequenzdurchschnitt im Rennrollstuhl 184 Schläge).
Bis zur ersten Schiffswechslung verlor ich so nur 14 Sekunden.
Da Botello sein Schiff offensichtlich zu hart verdeut hatte, ließ ich ihn in der Wechselzone hinter mir und ging mit 9 sec Vorsprung auf die Handbikestrecke.
Auf den folgenden 20 Kilometer erinnerte ich mich an das Segelbuch "Hart am Wind".
Ich wußte, dass ich für die abschließenden 2,5km einen kleinen Vorsprung benötigen würde und
so wurden alle Segel gehisst die ich hatte.
In der 2. von 4 Runden sah ich dann, dass ich mich stetig etwas absetzen konnte (30 Sec pro Runde) und bin am Wind geblieben (Durchschnitt HF Handbike 180).
Die 2. Wechselzone war wie gewohnt sehr gut und schnell.
Also gab es für danach nur mehr ein Ziel. Die Blamage der spanischen Marine sicherzustellen! :-)
Vielleicht auch wegen Motivationsgründen der Spanier oder gerissener Segel,
konnte ich bei den 2,5Km im Rennrollstuhl sogar die Bestzeit setzen.
Die Überquerung
der Ziellinie konnte somit zur Triumphfahrt werden und bedeutete auch gleichzeitig die schnellste Gesamtzeit der Weltmarine!
Botello war mit seinen 3min29sec Rückstand nicht gerade sehr glücklich und stellte sich nach dem Renne auch nicht unbedingt als großer Seeman heraus.
Angeblich kreuzte jemand seine Fahrrinne und so wurde er leicht behindert.
Ich bewweifle
aber, dass die Ehre der spanischen Marine mit 3min15sec Rückstand geretten gewesen wäre!??? :-)
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Ja österreichische Schlachtschiffe knarren und knirschen aber eben, weil sie "hart am Wind" stehen.
Die Austragung des Wettkampfes wurde vom spanischen Landpersonal aber vorzüglichst organisiert und war nahe zu perfekt.
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Die gesamte österreichische Marine (der unterschenkelamputierte Martin Falch, der armamputierte Oliver Dreier und meiner einer) konnte in den einzelnen Klassen die Konkurrenz versenken und so wurde der Binnenstaat Österreich zum Nationensieger. Dazu noch meine Gesamtbestzeit.
Die hochgelobte Weltmarine hat sich draufhin mit der Dauerbeschallung der österreichischen Landeshymne auseinader setzen müssen, möge der Ruhm lang währen.
Vielleicht habe ich schon größere Schlachten geschlagen und mir sicher schon größeren Ruhm erworben. Aber was gibt es schöneres als ein feindliches Schiff sinken zu sehen! :-)
Etwas kritisch muss ich es aber trotzdem sehen, denn die 3 besten Rollstuhl-Duathleten der Welt waren nicht am Start und so bin ich halt in die Presche gesprungen, hätten ja aber kommen können.
Ich freue mich richtig, dass ich einen Monat nach dem Double-Ironman, auch auf der Kurzstrecke zeigen konnte, dass ich hart und schnell fahren kann! Ich habe mir nur 4Tage Pause gegönnt und bin dann ins intensive Kurzstreckentraining eingestiegen.
Bei Leistungsüberprüfungen am Olympiastützpunkt Salzburg im Handbike und vor allem im Rennrollstuhl zu Beginn der Woche hat sich der Erfolg schon angedeutet.

Und seht hier nun die asturische Trophäe! Ein neuer Hut für den Kapitän, also wenn sich da die 2250Km nicht gelohnt haben.
Und natürlich die Aufnahme in den Stand der "Master and Commander"!
Finisherzeit - 58min 44sec
Rennrollstuhl (5Km) - 12min17sec
Handbike (21,6Km) - 39min50sec
Rennrollstuhl (2,5Km) - 5min21sec
zum Ergebnis...
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Die Nordküste Spaniens ist erstaunlich grün und hat mich eher an die Lofoten in Norwegen oder an Irland erinnert. Nach Absprache mit einem hunduranischen Seafoodreicher regnet es auch dem entsprechend oft. Er hat gejammert, dass er ned gscheit braun wird! :-)
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